Sechs Tage mit Gottesdienst, Ausstellung, Begegnungen, Kultur, Sport und Diskussionen – Auftakt am 20. September in der Kuseler Stadtkirche

Kusel (lk). Unter dem Zeichen des Regenbogens lädt die erste Kuseler Regenbogenwoche vom 20. bis 25. September 2026 zu Begegnung, Austausch und gemeinsamen Erlebnissen ein. Das sechstägige Programm reicht von einem queeren Gottesdienst und einer Ausstellung über Lesung, Podiumsdiskussion und Filmabend bis zu einem solidarischen Fußballspiel und Konzerten. Veranstalter ist der Verein Buntes Bergland, unterstützt unter anderem vom Bundesbildungsministerium, der Evangelischen Kirche der Pfalz, den Queer Refugees Pfalz und der Kontaktstelle Holler.

„Die erste Kuseler Regenbogenwoche schafft Sichtbarkeit für queeres Leben im Bergland. Unter dem Motto ,Alle Farben, alle Menschen, ein Wir!' setzt sie ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt. Wir als Kirche sind dankbar, als Mitveranstalterin dabei zu sein. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn Kirche ist noch nicht immer ein sicherer Ort für queere Menschen. Beim Eröffnungsgottesdienst wollen wir zeigen, wie queersensible Kirche aussehen kann“, sagt Laura Moser, Gleichstellungsbeauftragte der Evangelischen Kirche Pfalz. 

Eröffnet wird die Regenbogenwoche am Sonntag, 20. September, um 14 Uhr mit einem queeren Gottesdienst unter dem Motto „Rainbow Pieces“ in der evangelischen Stadtkirche Kusel. Vorbereitet wurde er von der Arbeitsgemeinschaft Kreuz & Queer Pfalz gemeinsam mit dem Organisationsteam der Regenbogenwoche. Mitmachstationen laden dazu ein, sich mit den unterschiedlichen Facetten von Identität, Vielfalt und Gemeinschaft auseinanderzusetzen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich unter dem Regenbogen persönlich segnen zu lassen. Ein eigens gegründeter Projektchor unter der Leitung von Melanie Fischer-Kruppe gestaltet den Gottesdienst musikalisch mit.

Zugleich wird in der Stadtkirche die Ausstellung „Nanu? Geschlechtliche Vielfalt in der Pfalz. Gestern und heute“ eröffnet. Sie ist dort bis zum 25. September zu sehen und richtet den Blick auf historische und gegenwärtige Erfahrungen geschlechtlicher Vielfalt in der Region.

Am Montag, 21. September, stehen ab 15 Uhr im Depot, Haselrech 1 in Kusel, die „Begegnungsräume“ im Mittelpunkt. Die Queer Refugees Pfalz sind zu Gast und bringen Speisen aus verschiedenen Heimatküchen mit – darunter auch vegane Gerichte. Bei Essen, Musik und Gesprächen sind alle Interessierten eingeladen, miteinander in Kontakt zu kommen.

Politisch und gesellschaftlich wird es am Dienstag, 22. September, um 18 Uhr im Festsaal der Zehntscheuer auf Burg Lichtenberg. Der Schriftsteller Marko Martin liest aus seinem Buch „Freiheitsaufgaben“. Daran schließt sich die Podiumsdiskussion „Gayropa als Feindbild – Russlands Mobilisierung von Queerfeindlichkeit gegen die offene Gesellschaft“ an. Zu den Podiumsgästen gehört die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.

Am Mittwoch, 23. September, beginnt um 18.30 Uhr auf dem Sportplatz des TV Grumbach ein solidarisches Fußballspiel. Zwei All-Star-Teams treten dort unter dem Motto „Love is Love“ gegeneinander an. Für Essen und Getränke ist gesorgt.

Der französische Film „Code der Angst“ von Appolain Siewe aus dem Jahr 2025 wird am Donnerstag, 24. September, um 19 Uhr im Bioladen Ursprung gezeigt. Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit Queerfeindlichkeit, gesellschaftlicher Ausgrenzung und dem Einsatz für Freiheit und Menschenrechte.

Zum Abschluss der Regenbogenwoche spricht Vera Ohlendorf von der Amadeu-Antonio-Stiftung am Freitag, 25. September, um 19 Uhr im Kinett über das Thema „Angriffsziel Pride“. Anschließend treten „Ashs for Skit“ und die Rapperin und Sozialarbeiterin Lena Stoehrfaktor auf.

Eine Verbindung zum Christopher Street Day in Kaiserslautern bildet am Samstag, 26. September, eine Andacht in der Alten Eintracht. Sie beginnt um 11.30 Uhr und wird von Claudia Kettering organisiert.

Das vollständige und laufend aktualisierte Programm der ersten Kuseler Regenbogenwoche ist auf Facebook unter „Regenbogenwoche Kusel“ zu finden.